Blühendes Namaqualand

 

Datum: 06. Februar 2024
Referent: Moritz Grubenmann
Bericht: Rita Hofmann

Für einmal standen Orchideen nicht im Fokus des Vortrages, sondern die aussergewöhnliche Flora and Fauna Südafrikas, die uns der Referent anhand seiner Reise vom 23. September – 7. Oktober näherbrachte. In der Reisezeit Ende September sind eher wenig Touristen unterwegs. Südafrika hat viele staatliche Nationalparks, aber auch eine grosse Anzahl privater Naturreservate, die nicht alle öffentlich zugänglich sind zum Schutz der Flora.

Die Gegend um Kapstadt bis zum Oranje-Fluss, dem Grenzfluss zu Namibia, beherbergt eine so einmalige und reichhaltige Flora, dass ihr ein eigener Teil des Pflanzenreiches gewidmet ist, die Flora Capensis. Die Reise fiel in eine Zeit, in der es nach einer Jahrhundertdürre reichlich geregnet hatte. Die Wüste stand daher in voller Blüte, aber die Spuren der Dürre mit vielen abgestorbene Pflanzen waren noch deutlich zu sehen.

Die Disa uniflora ist eine bekannte Orchidee des Tafelberges bei Kapstadt, sie blühte aber zur Reisezeit nicht und das Foto stammt von einer vorherigen Reise. Der Tafelberg und das berühmte Kap der Guten Hoffnung mit einer Brillenpinguinkolonie sind einen Umweg wert. Zum Glück hat diese Kolonie eine Vogelgrippeepidemie im Jahr 2022 einigermassen gut überstanden. Auf dem Tafelberg finden sich Mittagsblumen, Protea, Kapgeissblatt und in den Wiesen Zantedeschia, die auch bei uns beliebte Calla. Man findet saftige Erdorchideen der Gattung Satyrium (erectum, odorum), die seltene Pantherschildkröte und andere Reptilien.

Auf der Reise in den Norden kam die Reisegruppe dann zu grossen Flächen mit blühenden ein- und mehrjährigen Blumen in einer unglaublichen Farbenpracht, weisse Kapringelblumen, weiss-violette Mittagsblumen und viele wunderschöne Zwiebelgewächse wie z. B. blau-rote Schwertlilien Babiana rubrocyana, blaugelbe Scheinkrokusse, rotviolette Brunsvigia und verschnörkelte Ferraria. In der Nähe des Ozeans sieht man Pelikane, Flamingos und Brachvögel, in der offenen Landschaft Strausse. Bekannt ist Südafrika auch für eine Vielzahl von Heuschrecken mit perfekter Tarnfärbung. In der westliche Kap Region trifft man auf die typische Fynbos Vegetation aus Heide- und Kleinsträuchern, Euphorbien und Aloen. Die feine Verästelung vieler Pflanzen hilft den Morgentau auszufiltern. Die unverwechselbare Köcherbaumaloen kennzeichnen die sehr trockenen Regionen in der Nähe des Gifbergs. Conophyten, Dickblattgewächse, Braunsia und andere Sukkulenten sind zahlreich. Eine der wenigen Orchideen ist die ölsekretierende Dispersis circumflexa, die nur in dieser Gegend vorkommt und von ölsammelnden Bienen der Gattung Redivivia bestäubt wird. Man findet auch Orchideen der Gattung Ptergodium.

Die Knersvlakte ist ein mit Quarzkieseln übersätes Schutzgebiet im Namaqualand, berühmt für seine Sukkulenten, vor allem die lebenden Steine (Lithops) und die Argyroderma. Wunderschöne Zwiebelpflanzen in allen Farben, wie die Lachenalia, Ornithogalum und Sparaxis, überdauern die Trockenzeit im Boden. In der Nähe des Dolphin Bay ist ein grosser Standort für Euphorbia schönlandii. Nahe der Grenze zu Namibia liegt der Nationalpark und das UNESCO Welterbe Richtersveld , welches auch der Welt grösstes Flechtenfeld beherbergt, neben vielen seltenen Sukkulenten wie Hoodia gordonii, Aloedenium, Orbea namaquensis und Stapelien. Ein sehr alter Bestand von Aloe pearsonii war allerdings grösstenteils vertrocknet.  Shepherds Bäume sind die einzige Baume, die in diesem Klima dank sehr tiefer Wurzeln wachsen können.

Auszeichnungen Februar
Präsentation (vorgestellte Pflanzen)