Das Beste aus Madagaskar – Höhepunkte der Pflanzen- und Tierwelt
| Datum: | 04. November 2025 |
| Referent / Foto: | Moritz Grubenmann |
| Bericht: | Rita Hofmann |
Moritz Grubenmann hat Madagaskar seit mehr als 40 Jahren bereist und ist ein anerkannter Spezialist für die einmalige Tier- und Pflanzenwelt dieser Insel im Osten Afrikas. Einmalig sind diese Tiere und Pflanzen auch im biologischen Sinn, denn viele kommen nur auf Madagaskar vor. Bei einer Reise muss man die Jahreszeit gut wählen. Der Sommer, d. h. Januar/Februar, ist Regenzeit mit zum Teil verheerenden Zyklonen. Der Osten ist trocken und der Westen der Insel ist feucht. Die typischen Erden sind Laterite, eisenoxidhaltige Erden, die dem Land die charakteristische rote Farbe geben. Diese Erde spült aber schnell aus und hinterlässt nur Granitfelsen, in deren Spalten aber interessante Pflanzen wachsen. Während vor 40 Jahren das Reisen noch recht mühsam war mit Landrover über schlechte Naturstrassen und im Zelt, so hat sich im Laufe der Jahre eine touristische Infrastruktur entwickelt. Madagaskar beherbergt eine hohe Biodiversität mit vielen Endemiten, z. B. Chamäleons, Schlangen und Lemuren (Makis). Die 75 Schlangenarten Madagaskars sind alle ungiftig. Von den ungefähr 1000 Orchideen-Arten Madagaskars wachsen 24 lithophytisch, 333 terrestrisch und 501 epiphytisch und 90% sind endemisch. Typische Vertreter sind Aerangis citrata, Aerangis eburneum und Gasterodus tuberculosis. Als erstes schauten wir uns eine Gegend um Betsiboka an, ein Hochland auf 1500m. Hier ist die typische Vegetation ein Grasland, doch in Schluchten und in der Nähe von Felsen findet man interessante Sukkulenten und Orchideen z. B. Aloe capitata oder Angraecum ellisii. Häufige Grasfeuer halten die Vegetation tief und einige Pflanzen sind gut daran angepasst und treiben aus Knollen wieder aus. An Felsen und an feuchten Stellen findet man Cynorkis uniflora. Cynorkis flexuosa ist die zweithäufigste Erdorchidee. Cynorkis gibbosa erkennt man an den gebogenen Sepalen, Cynorkis guttata ist selbstbestäubend und keimt sehr gut. Disa incarnata wächst auf sumpfigen Wiesen. An vielen Stellen kommen Schraubenpalmen vor, Pionierarten, deren Samen monatelang im Salzwasser überleben und die daher frisch entstandene Vulkaninsel besiedeln. Aeranthes ramosa ist häufig in solchen Wäldern zu finden. Die nächste Etappe führte uns in die Gegend um Ibity und Itrema, in der es interessante Habenaria Orchideen gibt, z. B. Habenaria incarnata oder cirrhata, aber auch Eulophia livingstoniana oder rutenbergiana, Oeceoclades calcaratemit einem sehr langen Blütentrieb, sowie zahlreiche Arten von Polystachia, Cynorkis, Satyrium und Angraecum. Zum Schluss ging die Reise an die Westküste in die Gegend von Kinndy. In dieser trockenen Gegend haben die Pflanzen nur eine kurze Vegetationszeit. Es ist die Heimat der beeindruckenden Riesenbaobabs, aber auch der Sobenikoffia robusta. Es war eine Freude den Referenten auf diese Reise durch die Zeit und die Insel zu begleiten.
Vielen Dank.
Auszeichnungen
Barkeria scandens von Roland Schafflützel
Cattleya elongata von Dora Gerhard
Vorgestellte Pflanzen
Paphiopedilum spicerianum von Dora Gerhard
Paphiopedilum henryanum von Dora Gerhard
Paphiopedilum charlesworthii von Dora Gerhard
Paphiopedilum x hermanii von Dora Gerhard
Paphiopedilum purpuratum von Annelies Everts
Paphiopedilum villosum laichaunum von Annalies Everts
Trichocentrum tigrinum von Annelies Everts
Barkeria fritz-halbingeri von Roland Schafflützel
Barkeria whartoniana x palmeri von Roland Schafflützel
Barkeria skinneri von Roland Schafflützel
Barkeria whartoniana x palmeri von Roland Schafflützel
