Das Beste aus Madagaskar – Teil 2

Datum:03. November 2026
Referent / Fotos:Moritz Grubenmann
Bericht:Rita Hofmann

Das Beste aus Madagaskar – Teil 2 war eine Fortsetzung vom Vortrag im November 2025. 
Moritz Grubenmann hat Madagaskar mehr als 40 Jahre lang bereist und ist ein anerkannter Spezialist für die einmalige Tier- und Pflanzenwelt dieser Insel im Osten Afrikas. Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie sich der Tourismus und das Reisen in den 40 Jahren entwickelt hat, von matschigen Naturstrassen, die in der Regenzeit kaum zu passieren waren, zu asphaltierten Strassen, auf denen man in jeder Jahreszeit gut vorwärtskommt, von Campingzelten zu moderner touristischer Infrastruktur. Der Nachteil ist, dass an vielen Standorten in der Nähe von Siedlungen und Strassen, typische Pflanzen verschwunden sind. Einige Chamäleons, Frösche und Pflanzen findet man nur in der Regenzeit, daher muss man damit leben, dass es auf der Reise tagelang regnet.

Dieses Mal führte es uns in den eher trockenen Süden und den Regenwald im Osten.

Madagaskar ist bekannt für viele Endemiten, z. B. Chamäleons, Buntfrösche und Lemuren (Makis) und natürlich auch für Orchideen. Typische Vertreter sind die Gattungen Aerangis, Angreacum, Aeranthes und Jumellea. Viele dieser Orchideenblüten sind Nachtfalter bestäubt mit langem Sporn, da die vielen Chamäleons Jagd auf tagesaktive Insekten machen. 

Entlang der Küste des Südens erstreckt sich das eher trockene Isalogebirge. Hier findet man Pachypodien mit den typischen gelben Blüten und die Erdorchidee Satyrium amoenum, in den eher feuchten Schluchten die seltene Erasanthe henrici mit grossen grün-weissen Blüten. Ebenfalls im Süden befinden sich Tafelberge, die für ihre sukkulente Flora bekannt sind.  Hier wachsen Vertreter der Orchideengattung Oeceoclades, die man eher wie Sukkulenten pflegen muss und die eine Trockenzeit brauchen. Sehr beeindruckend sind die stacheligen Didierea madagascariensis und die grossen Caudexpflanzen wie Adansonia madagascariensis, die bis zu 1000 Jahre alt sind.

Die Reise vom trockenen Süden in die Regenwälder des Ostens fand früher mit dem Schiff statt, da es keine guten Strassen gab. Heute kann man bequem im Reisebus dorthin gelangen. Meistens nur in der Regenzeit sieht man die beiden markanten Eisvogelarten und Vertreter der vielen Froscharten. Aerangis citrata ist die häufigste Orchidee entlang der Küste. Aerangis articulata ist seltener zu sehen. Man findet viele, meistens kleine Bulbophyllumarten, mehrere Calanthearten und Angreacum, darunter das berühmte sesquipetale, mit dem sehr langen Sporn, das schon Darwin kannte und Angreacum amplexicaule mit einem gedrehten Sporn. 

Dieser Votrag hat sicher bei einigen die Lust auf eine Reise nach Madagaskar geweckt.  Der Referent selbst organisiert eine Reise für das Jahr 2028. Vielen Dank für den Vortrag.

Auszeichnungen November 2026

Lepanthes scopula von Oliver Ingold

Vorgestelle Pflanzen November 2026

Angraecum sesquipedale von Viviane Parrat

Meiracyllium trinasutum von Viviane Parrat